Was eine Charterwoche mit Crew wirklich kostet

In Frankreich kommen auf den Charterpreis einer Yacht mit Crew noch 60–75 % für Bordkasse (APA), Umsatzsteuer und Trinkgeld dazu. Bei einer 30-Meter-Motoryacht für 115.000 € die Woche zahlen Sie am Ende 184.000–201.250 €.

+60–75 % Aufschlag auf den Charterpreis für APA, Umsatzsteuer und Trinkgeld, Beispiel Frankreich.

Was zum Charterpreis dazukommt

Der Preis in der Anzeige ist der Basispreis für Yacht und Crew, meist mit dem Zusatz „plus expenses“. Was dazukommt, legt zum Teil der Vertrag fest und zum Teil das Land, in dem Sie starten.

Posten Anteil Wer legt fest Wann fällig
APA, Motoryacht 30–40 % Eigner, im Vertrag je Yacht 30 Tage bis 5 Wochen vorher, mit der zweiten Rate
APA, Segelyacht 20–25 % Eigner, im Vertrag je Yacht wie oben
Umsatzsteuer 0 bis 22 % Gesetz des Startlands mit der zweiten Rate
Trinkgeld 10–15 % üblich Sie selbst, freiwillig –
Delivery-Fee fallweise, zum Selbstkostenpreis Vertrag, wenn Start oder Ende nicht im Heimathafen liegt mit der Restzahlung
Sprit und Liegegebühren aus der APA – während der Charter

Die Branchenvereinigung MYBA hat 2026 ihren alten Richtwert von 5 bis 15 % Trinkgeld gestrichen. Das Trinkgeld ist freiwillig, und die Crew darf es nicht einfordern.

Im Mittelmeer nennen Broker 10–15 % des Charterpreises als üblich, gerechnet ohne APA und Steuer.

Umsatzsteuer und Aufschlag je Land

Die Umsatzsteuer richtet sich danach, wo die Charter beginnt. Mit APA und Trinkgeld ergibt sich daraus der Aufschlag auf den Charterpreis.

Startland Umsatzsteuer Aufschlag gesamt
Frankreich 20 % 60–75 %
Italien 22 % 62–77 %
Spanien 21 % 61–76 %
Kroatien 13 % 53–68 %
Griechenland 5,2–13 % effektiv 45,2–68 %
Malta 12 % 52–67 %
Montenegro 0 % 40–55 %

In Frankreich und Italien sinkt die Steuer für die Tage, die Sie nachweislich außerhalb der EU-Gewässer verbringen. Beide wollen dafür Belege sehen, etwa AIS-Daten, das Logbuch oder Hafenrechnungen.

In Griechenland hängt der Satz vom Zertifikat der Yacht und der Route ab, fragen Sie den Broker nach dem Satz für Ihre Yacht.

Auf eine Charter ab Montenegro fällt keine Umsatzsteuer an. Fahren Sie nach Kroatien hinüber, wird für diese Tage die kroatische fällig.

Was die APA ist und wie Sie sie nicht überziehen

Die Advance Provisioning Allowance, kurz APA, ist eine Vorauszahlung. Davon bezahlt der Kapitän, was während der Woche anfällt, vom Sprit für Yacht, Generator und Beiboot über Essen und Getränke bis zu Liegeplätzen und Hafengebühren, und zwar zum Einstandspreis ohne Aufschlag.

Nicht aus der APA bezahlt werden der Charterpreis, die Löhne der Crew, die Umsatzsteuer, die Versicherung der Yacht, das Trinkgeld und eine Delivery-Fee.

Der Kapitän führt Buch, sagt Ihnen unterwegs, wie viel noch da ist, und kann nachfordern. Am Ende legt er die Abrechnung mit allen Belegen vor. Was übrig ist, bekommen Sie zurück, auf Wunsch per Überweisung. Was fehlt, zahlen Sie nach.

Wir würden vor der Charter mit dem Kapitän die grobe Route absprechen, denn die langen Strecken kosten den meisten Sprit. Zur Wochenmitte würden wir nach dem Stand fragen, damit eine Nachforderung nicht erst am letzten Abend kommt.

Rechenbeispiel: 30 Meter, eine Woche, Côte d’Azur

Die Epic ist eine Ferretti 1000 von 2021, gut 30 Meter lang, für 10 Gäste und 4 Crew. Im Sommer kostet sie 115.000 € die Woche, plus Nebenkosten.

Wir rechnen mit Start im Heimathafen in Frankreich, also ohne Delivery-Fee und ohne Abzug für Fahrten außerhalb der EU.

Posten Betrag
Charterpreis 115.000 €
APA, 30–40 % 34.500–46.000 €
Umsatzsteuer Frankreich, 20 % 23.000 €
Trinkgeld, 10–15 % 11.500–17.250 €
Delivery-Fee entfällt
Gesamt 184.000–201.250 €

Von der APA bekommen Sie zurück, was nicht verbraucht wird, von Steuer und Trinkgeld natürlich nichts. Bei einer älteren 30-Meter-Yacht wie der Lady Amanda für 78.000 € landen Sie mit derselben Rechnung bei 124.800–136.500 €.

Warum der Broker Sie nichts extra kostet

Der Broker bekommt 15–20 % des Charterpreises als Provision, und die zahlt der Eigner aus dem Charterpreis. Sein Geld kommt also von der Gegenseite. Fragen Sie deshalb, warum er Ihnen gerade diese Yacht vorschlägt, und lassen Sie sich zwei oder drei Alternativen zeigen.

Broker aus der MYBA arbeiten mit dem MYBA-Vertrag, der seit 2025 in einer neuen Fassung gilt. In der Regel zahlen Sie die Hälfte bei Unterschrift und die zweite Hälfte mit APA und Steuer 30 Tage bis 5 Wochen vor Charterbeginn.

Nach dem Vertrag liegt das Geld bis zur Charter bei einem Treuhänder, fragen Sie, wer das bei Ihrer Buchung ist. Wie sich Broker und Plattform unterscheiden, steht unter Broker oder Plattform.

Wer statt mit Crew selbst fahren will, braucht die passenden Scheine. Was welches Land verlangt, steht unter Charter-Voraussetzungen.

Mit * gekennzeichnete Links sind Provisionslinks. Buchen oder kaufen Sie über einen dieser Links, erhält Yachtdays eine Vergütung vom Anbieter. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Wie wir auswählen, steht auf der Transparenzseite.

Wo Sie anfragen

Boatbookings ist Mitglied der MYBA und zeigt Motoryachten mit Crew an der Côte d’Azur mit Wochenpreis und dem Hinweis auf die Nebenkosten. Die Seite gibt es nur auf Englisch, und die Preise dort sind Basispreise, rechnen Sie also mit dem Aufschlag aus der Tabelle oben.

Motoryachten mit Crew anfragen · Partner noch nicht freigeschaltet

Yachten mit Crew in Kroatien vermittelt auch SkipperCity · Partner noch nicht freigeschaltet. SkipperCity ist kein Mitglied der MYBA und nennt eigene Zahlungsbedingungen, laut FAQ 30–50 % bei Buchung, Rest meist 4–8 Wochen vor Charterbeginn. Fragen Sie dort, welcher Vertrag gilt und wer das Geld bis zur Charter hält.

Bei beiden bewerben wir uns erst, wenn diese Seite eine Weile online ist, deshalb stehen hier noch keine funktionierenden Links.

Wer hinter Yachtdays steht

Yachtdays gehört zur Lux Selected GmbH in Wiesbaden, dahinter steht Joshua Lux, von Beruf Innenarchitekt. Eine Yacht, eine Flotte oder eine Agentur haben wir nicht, wir rechnen nur nach.

Häufige Fragen

Was ist die APA bei einer Yachtcharter?

Die Advance Provisioning Allowance ist eine Vorauszahlung für Sprit, Essen, Getränke und Hafengebühren während der Charter, bei Motoryachten meist 30 bis 40 Prozent des Charterpreises. Der Kapitän rechnet sie mit Belegen ab, was übrig bleibt, bekommen Sie zurück.

Wie viel Trinkgeld gibt man der Crew?

Im Mittelmeer sind 10 bis 15 Prozent des Charterpreises üblich. Die Branchenvereinigung MYBA nennt seit ihren Richtlinien von 2026 keinen Prozentsatz mehr, das Trinkgeld ist freiwillig und darf nicht eingefordert werden.

Kostet ein Yachtbroker extra?

Nein. Der Broker bekommt 15 bis 20 Prozent des Charterpreises als Provision, und die zahlt der Eigner aus dem Charterpreis.

Stand
Quellen: MYBA (Guidelines for Charter Yacht Captains & Crew 2018, Guidelines 2026, Charter Agreement Revised 2025), service-public.gouv.fr, BOFiP, Agenzia delle Entrate, BOE, Porezna uprava, BDO Malta, Burgess, Camper & Nicholsons, Fraser, Allied Yachting, YachtCharterFleet, Boatbookings, SkipperCity (FAQ), HELM, Frontier Yachting, Vital Charters, Windward Yachts, IYC, Ocean Independence, George Yachts